Side Hustles: Sieben Ideen für einen Nebenverdienst, von Substack bis Sammelklage
Zuletzt geprüft: 03.11.2026
Ein Side Hustle ist ein Nebenverdienst neben Job, Studium oder Elternzeit. Sechs der Ideen auf dieser Liste zahlen sich aus, wenn Sie über Monate dranbleiben. Die siebte kostet Sie zehn Minuten und keinen Cent: die Eintragung in eine Sammelklage, bei der Sie Geld zurückfordern, das Ihnen laut Klage zusteht.
Wir sind Advocated und beschäftigen uns mit der siebten. Die anderen sechs stehen hier, weil sie immer wieder genannt werden, wenn es um einen Nebenverdienst geht, und weil sich die siebte mit jeder von ihnen verbinden lässt.
1. Einen Substack starten
Ein Newsletter über etwas, bei dem Sie mehr wissen als die meisten: Geld, Elternsein, Vintage-Mode, Ihre Stadt. Substack ist kostenlos, solange niemand zahlt. Von bezahlten Abos behält die Plattform 10 Prozent, dazu kommen Zahlungsgebühren. Verdient wird erst mit einem festen Kreis an Leser:innen, und den bauen die meisten über viele Monate mit regelmäßigen Ausgaben auf.
Passt zu Ihnen, wenn Sie gern schreiben und Geduld haben. Zeit: ein bis zwei Texte pro Woche. Startkosten: keine.
2. UGC-Content für Marken
UGC steht für „User Generated Content“: kurze Videos oder Fotos, in denen Sie ein Produkt so zeigen, wie es eine echte Kundin tun würde. Die Marke bezahlt den Clip und veröffentlicht ihn auf eigenen Kanälen oder als Anzeige. Viele Follower brauchen Sie dafür nicht, wohl aber ein paar gute Beispielvideos, die Sie Marken schicken können.
Passt zu Ihnen, wenn Sie vor der Kamera natürlich wirken. Zeit: pro Video einige Stunden für Dreh und Schnitt. Startkosten: ein Smartphone genügt.
3. Möbel flippen
Eine Kommode für 30 Euro auf Kleinanzeigen, ein Wochenende mit Schleifpapier und Farbe, und mit etwas Glück verkauft sie sich für das Dreifache. Ob am Ende etwas übrig bleibt, hängt an Einkaufspreis, Material und Transport. Platz zum Arbeiten brauchen Sie auch.
Passt zu Ihnen, wenn Sie gern mit den Händen arbeiten. Zeit: pro Stück ein Wochenende oder mehr. Startkosten: Werkzeug, Material, ein Transporter für größere Stücke.
Wer regelmäßig kauft, um weiterzuverkaufen, handelt gewerblich, nicht mehr privat. Plattformen wie Kleinanzeigen und eBay melden dem Finanzamt Verkäufer:innen ab 30 Verkäufen oder 2.000 Euro Umsatz im Jahr.
4. Eine Marke als Copywriter aufbauen
Copywriter schreiben Texte, die verkaufen: Websites, Produktbeschreibungen, Newsletter, Anzeigen. Aufträge findet am leichtesten, wer sich auf eine Branche festlegt und auf LinkedIn oder Instagram zeigt, wie er oder sie schreibt. Die ersten Kund:innen kommen oft aus dem eigenen Umfeld, etwa das Café um die Ecke, das eine neue Website braucht.
Passt zu Ihnen, wenn Sie gut formulieren und gern über Produkte nachdenken. Zeit: frei einteilbar, pro Auftrag einige Stunden. Startkosten: keine.
5. Virtuelle Assistenz
Selbstständige und kleine Firmen ertrinken oft in Kleinkram: E-Mails, Termine, Rechnungen, Social-Media-Planung. Als virtuelle Assistenz übernehmen Sie das aus der Ferne, meist für einige feste Stunden pro Woche bei denselben Kund:innen. Gefragt sind vor allem Verlässlichkeit und gute Organisation.
Passt zu Ihnen, wenn Sie gern Ordnung schaffen. Zeit: feste Stunden pro Woche. Startkosten: Laptop und Internet.
6. TikTok-Shop-Affiliate
Seit 2025 gibt es TikTok Shop auch in Deutschland. Als Affiliate stellen Sie Produkte aus dem Shop in Videos vor und bekommen eine Provision auf jeden Kauf über Ihren Link. Wie viel dabei herumkommt, hängt fast nur davon ab, wie viele Menschen Ihre Videos sehen. Videos mit Provisionslink müssen Sie als Werbung kennzeichnen.
Passt zu Ihnen, wenn Sie ohnehin gern Videos drehen. Zeit: regelmäßig neue Videos, oft täglich. Startkosten: keine.
7. Sich in Sammelklagen eintragen
Die einzige Idee auf dieser Liste, bei der Sie nicht für Ihre Zeit bezahlt werden. Hier fordern Sie zurück, was Unternehmen Betroffenen laut Klage schulden: zu viel gezahlte Preise oder Schadensersatz für Daten, die ohne Erlaubnis gesammelt wurden.
So funktioniert es: Ein Verbraucherverband verklagt ein Unternehmen, und alle Betroffenen können sich beim Bundesamt für Justiz in die Klage eintragen. Das kostet nichts, Sie brauchen keinen Anwalt und tragen kein Kostenrisiko, auch wenn die Klage verloren geht. Ob und wie viel gezahlt wird, entscheidet das Gericht, und bis dahin vergehen oft Jahre. Wer sich einträgt, gibt also zehn Minuten und wartet, und zwar ohne etwas dafür zu riskieren.
Jede Klage hat ein eigenes Formular, Sie können sich in jede eintragen, deren Kriterien Sie erfüllen. Welche gerade offen sind, steht unter diesem Text.
Wie hilft Advocated dabei?
Das Register des Bundesamts für Justiz ist für Jurist:innen geschrieben, nicht für Verbraucher:innen. Advocated übersetzt es. Wir führen alle Verbandsklagen in Deutschland mit einer eigenen Seite: wer betroffen sein kann, was gefordert wird, bis wann die Eintragung möglich ist. Der Schnell-Check zeigt in einer Minute, welche Klagen zu Ihren Verträgen und Konten passen. Für einzelne Verfahren fragt ein Klage-Check die Kriterien ab und bereitet den Text für das offizielle Formular vor.
Eingetragen wird immer direkt beim Bundesamt für Justiz, Ihr Anspruch bleibt vollständig bei Ihnen. Advocated ist für alle kostenlos. Wer möchte, kann uns freiwillig unterstützen, und wer nichts beiträgt, bekommt genau dieselbe Hilfe.
Brauche ich für einen Side Hustle einen Gewerbeschein?
Meist ja, sobald Sie regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkaufen oder Aufträge annehmen, etwa beim Möbel flippen, als virtuelle Assistenz oder als Affiliate. Die Anmeldung beim Gewerbeamt kostet je nach Stadt eine kleine Gebühr. Manche schreibenden Tätigkeiten können als freier Beruf gelten, dann genügt eine Meldung beim Finanzamt. Für die Eintragung in eine Sammelklage brauchen Sie nichts davon.
Muss ich Nebeneinkünfte versteuern?
Einnahmen aus einem Side Hustle gehören in die Steuererklärung. Als Angestellte:r bleiben Nebeneinkünfte bis 410 Euro im Jahr steuerfrei. Bis 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr können Sie als Kleinunternehmer:in auf die Umsatzsteuer verzichten. Was in Ihrem Fall gilt, klärt eine Steuerberatung oder ein Lohnsteuerhilfeverein.
Welcher Side Hustle passt zu mir?
Wer gern schreibt, beginnt mit Substack oder Copywriting. Wer vor der Kamera entspannt ist, probiert UGC oder TikTok-Shop-Affiliate. Wer gern schraubt und streicht, flippt Möbel, und wer gut organisiert ist, arbeitet als virtuelle Assistenz. Die Sammelklage lässt sich mit allen verbinden, weil sie Ihnen kaum Zeit nimmt. Ein guter erster Schritt, bevor Sie sich für einen der anderen entscheiden: der Schnell-Check.
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Glossar: Begriffe rund um VerbandsklagenVon Abhilfeklage bis Verjährungshemmung: die Begriffe, die in Verbandsklagen und im Verbandsklageregister vorkommen, kurz erklärt und mit Beispielen aus laufenden Verfahren.
Advocated ist keine Rechtsanwaltskanzlei und erbringt keine Rechtsdienstleistung. Die Angaben stammen aus dem Verbandsklageregister des Bundesamts für Justiz und aus Veröffentlichungen der Gerichte und Kläger. Maßgeblich ist die amtliche Bekanntmachung. Über Bestehen und Höhe eines Anspruchs entscheidet das Gericht.