Welche Verfahren es gibt und wo Sie die Fristen finden
Zuletzt geprüft: 03.11.2026
In Deutschland laufen Verbandsklagen bisher vor allem zu vier Themen: Preiserhöhungen in laufenden Verträgen, Strom-, Gas- und Fernwärmepreise, Datenschutz bei großen Plattformen und Abzüge bei Versicherungen. Advocated führt alle in Deutschland geführten Verfahren mit eigener Seite. Dort erfahren Sie, wer betroffen sein kann, was gefordert wird, ob die Eintragung gerade möglich ist und den Link zum offiziellen Formular.
Diese Übersicht ordnet die Verfahren thematisch. Ob und bis wann Sie sich eintragen können, ändert sich mit dem Verfahrensstand. Das steht auf jeder Verfahrensseite und in der Liste aller Verfahren, die immer den aktuellen Stand zeigt.
Welche Klagen gibt es wegen Preiserhöhungen bei Internet und Streaming?
Viele der Klagen richten sich gegen Preiserhöhungen in laufenden Abos und Verträgen, denen Kund:innen nicht zugestimmt haben. Die Verbände halten die Preisklauseln in den AGB für unwirksam und verlangen die Differenz zurück. Ausführlich im Überblick Sammelklagen wegen Preiserhöhungen.
Vodafone: einseitige Preiserhöhungen bei Festnetz-Internet
1N Telecom: Klauseln in DSL-Verträgen, die nach Anschreiben an Tausende abgeschlossen wurden
Sky WOW: Preiserhöhungen bei WOW Live-Sport und WOW Premium
DAZN: Preiserhöhungen in laufenden Verträgen 2021 und 2022
Amazon Prime: Preiserhöhung des Prime-Abos im Sommer 2022
Prime Video: Werbung im laufenden Abo, werbefrei nur gegen Aufpreis
Welche Klagen gibt es gegen Strom-, Gas- und Fernwärmeanbieter?
Fernwärmekund:innen können den Anbieter meist nicht wechseln. Gestritten wird darüber, ob Preisformeln und Preiserhöhungen wirksam sind. Der vzbv klagt gegen mehrere regionale Versorger.
Welche Klagen gibt es wegen Datenverstößen gegen Meta, TikTok und X?
Hier geht es um Schadensersatz nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder um digitale Spionage. Schon der Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten kann nach der Rechtsprechung ein Schaden sein. Die geforderten Beträge reichen je nach Verfahren von etwa 100 Euro bis in den vierstelligen Bereich. Ausführlich im Überblick Sammelklagen gegen Meta, TikTok und X.
Debeka: Stornoabzüge von bis zu 15 Prozent des Rückkaufswerts bei gekündigten Lebensversicherungen
Und sonst?
SSS-Software: Geld für einen Service rund um den Rundfunkbeitrag, der beim Beitragsservice kostenlos ist
Wie lange kann ich mich in eine Klage eintragen?
Bis drei Wochen nach dem Schluss der mündlichen Verhandlung (§ 46 Abs. 1 VDuG). Solange kein Termin feststeht, ist die Eintragung meist offen, ohne festes Enddatum. Steht ein Termin fest, nennen wir das Datum auf der Verfahrensseite. Wie die Eintragung geht, erklärt der Leitfaden So tragen Sie sich ein.
Was, wenn die Frist schon vorbei ist?
Dann ist eine Eintragung in dieses Verfahren nicht mehr möglich. Welche Wege bleiben, erklärt Frist verpasst?. Abgeschlossene Verfahren bleiben mit ihrem Ausgang gelistet. Ein Urteil in einer Musterfeststellungsklage bindet die Gerichte nur gegenüber Eingetragenen, zeigt aber, wie die Rechtsfrage entschieden wurde.
Woher kommen die Angaben?
Aus dem Verbandsklageregister des Bundesamts für Justiz und aus den Veröffentlichungen der Gerichte und der klagenden Verbände. Jede Verfahrensseite nennt ihre Quelle und das Datum, an dem wir sie zuletzt geprüft haben. Maßgeblich ist immer die amtliche Bekanntmachung.
Die Verbandsklage einfach erklärtDie zwei Formen der Verbandsklage im Vergleich: Die Abhilfeklage kann zu einer Zahlung an die Eingetragenen führen, die Musterfeststellungsklage klärt die Rechtsfrage.
Glossar: Begriffe rund um VerbandsklagenVon Abhilfeklage bis Verjährungshemmung: die Begriffe, die in Verbandsklagen und im Verbandsklageregister vorkommen, kurz erklärt und mit Beispielen aus laufenden Verfahren.
Advocated ist keine Rechtsanwaltskanzlei und erbringt keine Rechtsdienstleistung. Die Angaben stammen aus dem Verbandsklageregister des Bundesamts für Justiz und aus Veröffentlichungen der Gerichte und Kläger. Maßgeblich ist die amtliche Bekanntmachung. Über Bestehen und Höhe eines Anspruchs entscheidet das Gericht.